Dort,
wo ein anderer
Himmel war


Ein Roman über das Fremde,
das langsam vertraut wird –
und über Gefühle,
die alles verändern.

Für einen Moment wurde all seine Sehnsucht
nach Abenteuer und Fremde Wirklichkeit.

Hannes reist für vier Monate nach Indien. Was ihn dort erwartet, weiß er nicht.

In einem kleinen Missionskrankenhaus im Osten des Landes trifft er auf eine Welt, die ihm fremd ist und deren Regeln er nicht kennt. Nach und nach beginnt er, sich darin zurechtzufinden. Er begegnet Menschen, deren Leben sich mit seinem verbinden, und immer mehr wird dieser Ort zu seinem Zuhause. Doch dann sind da Gefühle, mit denen er nicht gerechnet hatte und die alles verändern.

Je länger Hannes in Indien ist, desto mehr wandelt sich sein Blick auf dieses Land, auf die Menschen und schließlich auch auf sich selbst.

Dort, wo ein anderer Himmel war erzählt von Fremdheit und Nähe, vom Aufbrechen und Bleiben – und von Fragen, die Hannes‘ ganzes bisheriges Leben ins Wanken bringen.

Die Felder wurden goldener,
die Hügel dunkler, der Himmel weiter.

Eine Geschichte – und viele Wege hindurch

Im Mittelpunkt des Romans stehen Hannes und die vier Monate, die er in einem kleinen Krankenhaus im Osten Indiens verbringt. Doch seine Geschichte bleibt nicht die einzige.

Immer wieder öffnet sich der Blick auf andere Menschen und andere Lebenswege. Auf Familien, Reisende, Kranke und Suchende, auf Menschen aus den Bergen und aus Städten. Einige kreuzen Hannes‘ Weg, andere bleiben außerhalb seiner Welt. Zusammen entsteht daraus eine Welt, die größer ist als das, was ein einzelner Menschen von ihr sehen kann.

An der vorbeiziehenden Landschaft konnte er sich gar nicht sattsehen.

Die Landschaft hinter dem Roman

Ein großer Teil des Romans spielt in einem kleinen Krankenhaus im fiktiven Ort Darpaniguda im Osten Indiens. Doch auch die Gegend, die den Ort umgibt, spielt eine wichtige Rolle. Auf seinen Wegen durch die Umgebung begegnet Hannes Reisfeldern und kleinen Dörfern, Flüssen und bewaldeten Hügeln – und bekommt so einen Eindruck vom Leben abseits des Krankenhauses.

Das reale Vorbild dieser Landschaft ist das Hinterland des heutigen Bundesstaates Odisha, des früheren Orissa, dort, wo die Ebenen allmählich in die bewaldeten Höhenzüge der Eastern Chats übergehen.

Rote Erde prägt vielerorts die Wege und unbefestigten Straßen. Zwischen den bewirtschafteten Ebenen erheben sich bewaldete Hügel und oft nur über schmale Wege erreichbare Dörfer. Viele der Menschen, die dort leben, gehören zu den Adivasi, den indigenen Bevölkerungsgruppen Indiens. Auch die Kondh, deren Lebenswelt im Roman eine Rolle spielt, sind in dieser Region seit Jahrhunderten zu Hause.

Es ist zugleich eine Gegend, die lange abseits der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens geblieben ist. Viele Dörfer liegen weit entfernt von größeren Städten, Straßen und medizinischer Versorgung. Das Leben ist vielerorts noch eng mit der Landwirtschaft und der unmittelbaren Umgebung verbunden – in einer Region, in der eine besondere landschaftliche Schönheit und materielle Armut dicht beieinanderliegen.

Die Fotografien auf dieser Seite entstanden vor vielen Jahren in dieser Landschaft. Sie zeigen nicht die fiktiven Orte des Romans, wohl aber Wege, Felder, Dörfer und Hügel aus der Welt, aus der Darpaniguda hervorgegangen ist.

Zunächst gingen sie zwischen
den umliegenden Reisfeldern
hindurch, danach führte der Pfad
durch karges Brachland.

Die Illustrationen

Liebevolle Bilder von Maja Martens begleiten die Kapitel des Romans.
Sie greifen kleine Dinge und Details auf und lassen sie farbenfroh hervortreten.

Hannes wußte nicht, ob er Armut sah oder
einfach ein Leben, für das ihm die Maßstäbe fehlten.

Ein Blick ins Buch

Die Hütte bestand aus zwei fensterlosen Räumen. Im vorderen standen nur zwei Metallkisten; daneben lagen eine Bastmatte und ein zusammengefaltetes Moskitonetz. Es war kaum mehr da als das, was man zum Schlafen, Sitzen und Aufbewahren brauchte. Im hinteren Raum war die Küche: eine niedrige Kochstelle aus demselben dunklen Lehm wie die Wand, ein paar Töpfe, Feuerholz, Dosen, Flaschen.

Hannes sah sich um und suchte unwillkürlich nach Dingen, die für ihn zu einem Zimmer gehörten: Bett, Tisch, Stuhl, Waschbecken, Schrank. Nichts davon war da. Und doch war es kein Provisorium. Es war der Ort, an dem Menschen wohnten, kochten, schliefen, krank wurden, Kinder bekamen und wieder gesund werden mussten.

Sie blieben anschließend noch eine Weile vor dem Haus, tranken Chai und die anderen unterhielten sich in aller Ruhe. Hannes nahm diesen stillen Halt dankbar an. Er saß da, ließ den Blick über das Dorf und die Landschaft dahinter gehen und versuchte, die vielen neuen Eindrücke erst einmal nur wahrzunehmen.

Er überlegte, wie wohl ein Tag an diesem Ort aussah. Wann man Wasser holte. Wie man kochte. Wie man schlief, wenn der Boden hart war und zwischen innen und außen nur Lehm, Stroh und Dunkelheit lagen. Wie Hitze sich anfühlte, wenn es keinen Ventilator gab, keinen Kühlschrank, keinen Raum, in den man sich zurückziehen konnte. In der Hütte hatte er kaum Besitz gesehen. Töpfe, Gefäße, wenige Kleidungsstücke, Matten, Feuerholz. Keine Stühle, keine Bilder, keine Geräte, nichts von dem, was in Deutschland selbst in einfachen Wohnungen selbstverständlich war. Hannes wusste nicht, ob er Armut sah oder einfach ein Leben, für das ihm die Maßstäbe fehlten.

Auf den ersten Blick wirkten die Menschen hier zufrieden – ob sie es wirklich waren, konnte Hannes nicht wissen. Er konnte nur sehen, dass niemand eilte. Dass die Gespräche ruhig verliefen. Dass gelacht wurde. Dass die Besucher aus dem CHD nicht wie Fremde behandelt wurden, sondern wie Menschen, für die selbstverständlich ein Platz vor dem Haus vorgesehen war.

Frank Jordt
Dort, wo ein anderer Himmel war
Roman
Mit Illustrationen von Maja Martens

Edition Jomare
Gebunden · 13,5 x 21,5 cm
280 Seiten
ISBN 978-3-6967-1448-2

Demnächst erhältlich im Buchhandel und über die gängigen Online-Buchhandlungen.

Die Abendsonne tauchte die Landschaft in ein warmes, intensives Licht,
als wollte sie die Schöpfung der Götter noch einmal umhüllen,
bevor sie sich zur nächtlichen Ruhe zurückzog.